Scott Anderson, Zerbrochene Länder

„Die Tragödien und die Gewalt in der arabischen Welt erinnern und daran, wie dünn der Firnis der Zivilisation tatsächlich ist, wie wachsam er verteidigt werden muss und wie langsam und schwer die Reparatur vonstattengeht.“

Die Geschichte im Nahen Osten hat sich seit dem Einmarsch der USA 2003 in den Irak überschlagen: Chaos – Frieden war nicht in Sicht. Und dann weckte der Arabische Frühling 2010/11 Hoffnung auf mehr Demokratie, mehr Gleichheit mehr …. Doch in einigen der Ländern brach Chaos aus, Krieg, der IS bekam Aufwind und der Flüchtlingsstrom nach Europa nahm zu.

An Hand von sechs persönlichen Geschichten berichtet Anderson über diese zerbrechliche und explosive Weltregion.

 

Philipp Ther, Die Außenseiter – Flucht, Flüchtlinge und Integration im modernen Europa

„Entgegen allen Integrationsängsten waren Flüchtlinge (und andere Migranten) historisch betrachtet fast immer eine Bereicherung für die Länder, die sie aufnahmen, und ein Motor wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Veränderungen. Das vorliegende Buch sieht eine seiner Aufgaben darin, an diese Potenzial zu erinnern.“   Philipp Ther

 

Kurt Bauer, Die dunklen Jahre

Eine spannende und bewegende historische Reportage über die sieben „braunen“ Jahre Österreichs: Tag für Tag schildert der Wiener Historiker die Ereignisse, die zum „Anschluss“ führten – Hitlers Drohgebärden, die Volksabstimmung, der triumphale Einzug der NS-Führung. Bald darauf erfolgt zwar Ernüchterung bei vielen, doch andere machen Karriere im neuen Staat und Tausende müssen fliehen. Anhand von unzähligen Zeitzeugnissen (Erinnerungen, Tagebücher, Briefe) gelingt Kurt Bauer ein intimes Porträt der verschiedensten Menschen in allen Regionen des Landes.

 

Arno Geiger, Unter der Drachenwand

Unter der Drachenwand ist der Roman eines Jahres: 1944. Der Krieg ist verloren, aber wie fern ist der Frieden? Einen Monat? Ein Jahr? Und was kommt dann? Kann es wirklich noch einmal besser werden?

Unter der Drachenwand zeigt drei Leute, die nicht wissen, wie es weitergeht: Veit, seit mehr als fünf Jahren Soldat, ausgelaugt und erschöpft, die Lehrerin Margarete mit fünfunddreißig aus Wien verschickten Mädchen, die Darmstädterin Margot mit ihrem Baby.

„Es ist ein großartiges Buch, das Arno Geiger, einen der erfolg- und wandlungsreichsten deutschsprachigen Schriftsteller des letzten Jahrzehnts, von einer wieder einmal ganz neuen Seite zeigt.“     F.A.Z., Andreas Platthaus

                    

Christoph Ransmayr, Cox oder Der Lauf der Zeit

Der englische Uhrmacher Alister Cox folgt mit drei Gefährten einer Einladung des Kaisers von China, um in der Verbotenen Stadt Uhren nach den Vorstellungen und Träumen eines allmächtigen Gottmenschen zu bauen. An einem Hof, der von Maßlosigkeit, zeremonieller Pracht und Angst beherrscht wird, soll der Meister aus London Uhren erschaffen, die das Verfliegen des menschlichen Lebens anzeigen - von den scheinbar endlosen Tagen eines Kindes bis zu denen eines zum Tode Verurteilten. Und schließlich fordert der Kaiser ein Uhrwerk, das die Dauer der Ewigkeit messen soll...

„Erzählt in aller Pracht, in einer Souveränität, wie es sie kaum mehr gibt in der deutschsprachigen Literatur.“ LiteraturSPIEGEL

 

Robert Menasse, Die Hauptstadt

Der große europäische Roman | Deutscher Buchpreis 2017

In Brüssel laufen die Fäden zusammen – und ein Schwein durch die Straßen.

In seinem großen europäischen Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen.

 

Helga Hammer, Durch alle Zeiten

>>Geburt und Tod haben Ähnlichkeiten<<, dachte Elisabeth,  >>man muss sich ergeben, so wie der Baum sich ergibt oder der Tag der Nacht.<<

Mit siebzehn verliebt sich Elisabeth in einen jungen Mann aus einer angesehenen Familie. Diese Liebe darf nicht sein - und lässt beide Leben lang nicht mehr los.

 

Peter Henisch, Suchbild mit Katze

Karl May trifft Franz Kafka auf einem Schiff nach Amerika. Wahr? Besser kann man es nicht erfinden ...

Im Kopf war Karl May ja schon oft in Amerika. Aber erst im September 1908, da ist er 66, macht er sich wirklich auf, um sich in Bremerhaven nach New York einzuschiffen, gemeinsam mit seiner zweiten Frau Klara. Und wie es der Zufall will, trifft er auf dem Schiff ausgerechnet Franz Kafka, einen jungen Mann, der sehr schmal und sehr blass an der Reling steht. Will er sich, Gott behüte, ins Meer stürzen? Und wer, wenn nicht Karl May und die viel jüngere Dame an seiner Seite, soll ihn davor retten, für die Literatur und das Leben? Das ist der Stoff, aus dem gute Geschichten sind, und manchmal sind das eben Dreiecksgeschichten.

 

Eva Menasse, Tiere für Fortgeschrittene

>> Da ging dieses Lächeln über Joshes Gesicht, mit dem er als Kind alle bezaubert und jeden ihn betreffenden, vermeintlich endgültigen Beschluss in letzter Sekunde unwirksam gemacht hatte.Von diesem Lächeln wandte sich jemand wie Konrad lieber ab. Es war ihm geradezu peinlich. Die Offenheit, die Zärtlichkeit, die glühende Selbstaufgabe, die darin lagen, waren mehr, als man aushalten konnte. Wer die Welt so anlächelte, musste eine Schraube locker haben. Oder ein Schutzblech zu wenig über der Seele.<<